Wie funktionieren Suchmaschinen?

Für eine effektive Recherche hilft es die Arbeitsweise der Suchmaschinen zu kennen. Suchmaschinenoptimierung nutzt dieses Wissen. Diese Kenntnis läßt sich zur Recherche nutzen, will man nicht im Mainstream-Ranking untergehen.

Die Struktur ist dreigeteilt und besteht aus dem Bot, dem Index und der Anfrage mit den Ergebnislisten (SERP).

Wie kommen die Informationen in die Suchmaschine?

Ein Suchmaschinen-Bot besucht alle ihm bekannten Domains, scannt diese und verfolgt jeden Link auf den er trifft. Alle für ihn erreichbaren Inhalte wandern in den Speicher. Nicht erreichbare sind vom Webseitenbetreiber gesperrt, befinden sich in geschützten Bereichen oder sind technisch nicht erreichbar (Javascript-Links). Statt die Informationen einfach nur zu speichern, werden sie analysiert und aufbereitet. Man spricht von der Indizierung.
Der Index führt die Inhalte (Onpage) und weitere relevante Daten (Offpage), wie bspw. PageRank, Beliebtheit, optimiert für das Duchsuchen.

Wie erfolgt das Ranking?

Das Ranking basiert auf einer Vielzahl von Kriterien. Die Bewertung umfaßt alle Kriterien in Summe. Gewichtsfaktoren bestimmen den Einfluß jedes einzelnen Kriteriums aufs Gesamtergebnis. Onpage-Kriterien umfassen alle Merkmale der Seite selbst.

Diese unterliegen dem Einfluß des Betreibers der Seite. Offpage-Kriterien sind Besuchertraffic, Socialmedia-Faktoren, Verlinkung von anderen Seiten etc.

Das begünstigt ein Mainstream gefärbtes Ranking und verweist interessante Inhalte auf die hinteren Plätze. Mainstreamfaktoren sind nicht generell unerwünscht. Viele Anfragen (simples googeln), etwas News, Politik, poppuläre Inhalte lassen sich zufriedenstellend lösen. Der Mehrwert einer Verlinkung auf ergänzende externe Inhalte zu einer Seite stützen die Recherche und gehören zum Urgestein des Webs.
Wünschenswert wäre die Möglichkeit bei der Suche auf Socialfaktoren zu verzichten aber nicht generell auf alle Offpage-Eigenschaften.

Typisches Beispiel für eine Mainsteam-SERP liefert die Suche nach »Angelina Jo«.
Beispiel SERP für angelina jo
Als Ergebniss kommen Links zu »angelina jolie« auf die vorderen Plätze.
Erst die Phrase führt zum gesuchten.
Beispiel SERP für "angelina jo"

Machmal enthält eine Suchanfrage Ergebnisse, die die Anfrage eigentlich ausschliessen sollte. Woran liegt das? Beispielsweise sollen drei Begriffe (drei Wörter ohne weitere Operatoren) Ergebnissseiten liefern, die genau dazu passen.

Oft tauchen aber auch Treffer mit nur zwei Begriffen auf. Zwei Gründe könnten dies bewirken:

Suchmaschinen greifen auf diese Indizes zurück, wenn ein User die Suchanfrage stellt. Anhand der eingegebenen Schlüsselworte (Suchbegriffe) in der Suchmaske werden dem Nutzer die relevanten Ergebnisse mit priorisierter Reihenfolge in Form der Ergebnisliste (SERP) präsentiert.

Die Bewertung folgt einem Grundprinzip. Die Suchmaschine versucht die Relevanz mit den Augen des Nutzers zu ermitteln. Die Vorstellung, wie ein Leser eine Tageszeitung liest, hilft. Er navigiert zur Rubrik seines Interesses etwa Politik oder Sport. Dort angekommen, sondiert er die Headlines. Ist eine ansprechend gefunden, gibt der Teaser (erster meist fett geduckter Absatz) eine Inhaltszusammenfassung für weitere Orientierung. Ggf. scheint der Artikel von Interesse.

OnPage-Kriterien bilden zum Teil dieses Leserverhalten ab, um die Relevanz zur Anfrage festzustellen. Sind die Schlüsselwörter im Seiten-Titel, der Beschreibung, in den Headline's etc. enthalten? Mit welcher Häufigkeit, in welchen Bereichen, hervorgehoben, in Hyperlinks? usw.

Die Sicht auf den Suchmaschinen-Index

Angenommen den Index repräsentiert eine große Wand. Bei jeder Suchanfrage soll ein mehr oder minder großer Bilderrahmen die Treffer darstellen. Ein kleiner Laserpointer innerhalb des Rahmens kennzeichnet die aktuelle Ergebnisseite (Mainstream). Suchoperatoren beeinflussen zwar auch etwas den Bilderrahmen, aber vorwiegend die Pointerposition.

Die geschickte Auswahl der Suchoperatoren beeinflusst das Ranking hinsichtlich der OnPage-Kriterien. Sollen beispielsweise bestimmte Suchbegriffe (Keywords) im Titel (Vermutung: hohe Relevanz für den Inhalt) stehen oder gerade nicht enthalten sein, kann intitle:<keyword> bzw. -intitle:<keyword> dies leisten.
Letzteres ist meist der Suchmaschinenoptimierung geschuldet. Betreiber versuchen durch Optimierung ein besseres Ranking zu erreichen.

Daher platzieren die Betreiber inhaltsrelevante Keywords an Positionen, die Google für gutes Ranking erwartet (Stichwort Zeitungsleser). Dieses Verhalten führt dann dazu, dass etwa Jobbörsen fast alle das Keyword Jobbörse im Titel der Seiten führen. Dies ist nützlich um bspw. Jobbörsen aus den Ergebisseiten auszuschliessen, wenn gewünscht.

Proprietäre Suchfunktionen

Webseitenspezifische Suchfunktionen (Site search) beinhalten oft Algorithmen, die dem Betreiber nützlich erscheinen bzw. die Monetarisierung, bestimmte Meinungbildung usw. fördern.

Dies läßt sich in diesen Fällen weitgehend mit einer eher unabhängigen allgemeinen Suchmaschine bei einigen Portalen ausblenden. Beispielsweise: Suche einer Autobatterie über Google und über Amazon:

Googel-Suche: Autobatterie site:amazon.de
Amazon-Suche:Autobatterie

Welches der beiden Suchergebnisse gefällt, ist natürlich individuell. Suchanfragen, die ungefärbte Ergebnisse liefern, sind meist im Interesse des Nutzers.

Googels Funktionsvielfalt zur Steuerung einer Recherche bietet oft deutlich mehr als das proprietäre Suchen der Websites. Bei allen großen Portalen (insbesondere shops) lohnt der Blick durch eine betreiberunabhängige Brille. Dies funktioniert leider nicht immer, da einige Betreiber den Suchmaschinenbots verbieten, einzelne Angebote zu erfassen.

Reiseportale bieten auf den ersten Blick eine umfassende Funktionalität. Jedoch bei einer zielgenauen Suche nach Hotel, Ort, Zeitraum ist bei manchen Portalen bereits die Grenze des Möglichen überschritten. Warum? Reisewünsche beziehen sich bei vielen Urlaubern auf Land, Zeitraum und Preis. Nicht eingeplant sind diejenigen, die immer in den selben Ort fahren.
Beispiel Reise: münchen nikiti juni site:ab-in-den-urlaub.de

Zusammenfassung

Suchmaschinen bewerten Inhalte nach menschlichen Vorlieben. Die vielen Kriterien wirken nach geheimer Gewichtung aufs Gesamtergebnis, um die Relevanz festzustellen. Socialmedia- und aktuelle Trends beeinflussen das Ergebniss (Mainstream). Suchmaschinen-Operatoren steuern gezielt die Suchergebnisse. Sie fördern durch den Mainstream unterdrückte Schätze hervor.

Proprietäre Suchfunktionen großer Portale verfolgen mit den Ergebnisseiten eigene Ziele. Die Googelsuche ist vom Betreiber unabhängig und bietet eine ganz andere Sicht auf das Angebot der Portale.

SPB: 31.12.2018 letztes Update: 10.01.02019